Ab wann zum Kieferorthopäden: Der optimale Behandlungsbeginn bei Kindern

05.05.2023Dr. Julia Steinmaierca. 5 Min. Lesezeit

Kieferorthopädische Behandlungen sind in der Regel notwendig, um Zahn- und Kieferfehlstellungen zu korrigieren und die allgemeine Mundgesundheit zu verbessern. Eine der häufigsten Fragen von Eltern ist, ab wann sie ihr Kind zum Kieferorthopäden bringen sollten. Erfahren Sie mehr über die Behandlung von Kindern & Jugendlichen und darüber, ab wann eine Zahnspange sinnvoll ist. In diesem Artikel erfahren Sie, wann der optimale Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn bei Kindern ist und wie eine frühzeitige Intervention von Vorteil sein kann.

Die verschiedenen Phasen der kieferorthopädischen Behandlung bei Kindern

Kieferorthopädische Behandlungen können in verschiedene Phasen eingeteilt werden, abhängig vom Alter des Kindes und der Art der Zahn- oder Kieferfehlstellung:

  1. Frühbehandlung: Diese Phase findet meistens im Alter von 5 bis 9 Jahren statt, wenn das Kind noch im Wachstum ist. Eine frühzeitige Behandlung kann dazu beitragen, schwerwiegendere Probleme im späteren Leben zu vermeiden und die Notwendigkeit einer umfangreicheren kieferorthopädischen Behandlung zu reduzieren.
  2. Späte Wechselgebissphase: Diese Phase findet statt, wenn sowohl bleibende als auch Milchzähne vorhanden sind, in der Regel im Alter von 9 bis 12 Jahren. Diese Phase eignet sich ideal, um Platz für die bleibenden Zähne zu schaffen und ein gesundes Kieferwachstum zu fördern.
  3. Bleibendes Gebiss: Diese Phase beginnt, wenn alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind, in der Regel im Alter von 12 bis 16 Jahren. In dieser Phase werden Aligner oder auch festsitzende Zahnspangen verwendet, um die endgültige Position der Zähne und des Kiefers zu korrigieren.

 

Frühbehandlung beim Kieferorthopäden – Kind bei der Untersuchung, JUST KFO Köln

Warum ist eine frühzeitige Intervention von Vorteil?

Eine frühzeitige kieferorthopädische Behandlung bietet mehrere Vorteile:

  • Frühzeitige Erkennung von Problemen: Kieferorthopäden können mögliche Zahn- und Kieferfehlstellungen frühzeitig erkennen und entsprechend frühzeitig eingreifen.
  • Korrekturen: Bei jüngeren Kindern sind Zahn- und Kieferfehlstellungen oft leichter zu korrigieren, da ihr Kiefer und ihre Zähne noch im Wachstum sind. Dies kann die Behandlungsdauer verkürzen und weniger invasive Methoden ermöglichen.
  • Geringeres Risiko von Zahnextraktionen: Eine frühzeitige Behandlung kann dazu beitragen, Platz für bleibende Zähne zu schaffen und das Risiko von Zahnextraktionen im späteren Leben zu reduzieren.
  • Mehr Selbstbewusstsein: Eine frühzeitige kieferorthopädische Behandlung kann das Erscheinungsbild des Kindes verbessern und ihr Selbstbewusstsein stärken, indem Zahn- und Kieferfehlstellungen rechtzeitig korrigiert werden.
  • Prävention von weiteren gesundheitlichen Problemen: Durch die Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen kann das Risiko von Karies, Zahnfleischerkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen verringert werden.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Ab wann sollte man mit seinem Kind zum Kieferorthopäden gehen?

Die Antwort auf diese Frage variiert je nach individuellen Umständen und der Art der Zahn- oder Kieferfehlstellung. Generell empfehlen Kieferorthopäden jedoch, dass Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren eine erste Untersuchung erhalten sollten, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Was den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie von anderen Titeln unterscheidet, erklärt unser Beitrag Was ist ein Kieferorthopäde?

Eine frühzeitige kieferorthopädische Behandlung bietet mehrere Vorteile, einschließlich der frühzeitigen Erkennung von Problemen, einfacheren Korrekturen, eines geringeren Risikos von Zahnextraktionen, verbessertem Erscheinungsbild und Selbstbewusstsein sowie der Prävention von weiteren gesundheitlichen Problemen. Durch das Verständnis der verschiedenen Phasen der kieferorthopädischen Behandlung bei Kindern und die Vorteile einer frühzeitigen Intervention können Eltern sicherstellen, dass ihr Kind die bestmögliche Mundgesundheit erhält.

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Häufig gestellte Fragen dazu, ab wann man zum Kieferorthopäden sollte

Ab welchem Alter sollte mein Kind zum Kieferorthopäden?

Eine erste Vorstellung ist in der Regel um das 6. bis 7. Lebensjahr sinnvoll. So lässt sich früh erkennen, ob und wann eine Behandlung nötig ist. Bei auffälligen Befunden wie einem Kreuzbiss oder ausgeprägter Mundatmung kann ein früherer Termin ratsam sein.

Was ist eine Frühbehandlung und wann ist sie nötig?

Eine Frühbehandlung findet meist im Alter von etwa 5 bis 9 Jahren statt, während der Kiefer noch wächst. Sie kommt nur bei bestimmten Befunden zum Einsatz und kann helfen, spätere aufwendigere Korrekturen zu vermeiden. Sie ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Brauche ich eine Überweisung zum Kieferorthopäden?

Nein. In Deutschland gilt die freie Arztwahl – Sie können direkt einen Termin in einer kieferorthopädischen Praxis vereinbaren. Häufig weisen Zahnärztinnen und Zahnärzte aber auf einen sinnvollen Zeitpunkt hin.

Was passiert beim ersten Termin?

Zähne, Kiefer und Biss werden untersucht, oft ergänzt durch einen 3D-Scan statt Abdruck. Auf dieser Grundlage besprechen wir, ob eine Behandlung nötig ist und wann der beste Zeitpunkt dafür wäre – ohne Druck und in Ruhe.

Ist es schlimm, wenn wir den idealen Zeitpunkt verpassen?

Meist nicht. Viele Fehlstellungen lassen sich auch später noch gut behandeln. Bei manchen wachstumsabhängigen Befunden ist ein bestimmtes Zeitfenster jedoch günstiger – deshalb lohnt sich die frühzeitige Kontrolle.

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Über die Autorin

Dr. Julia Steinmaier

Fachzahnärztin für Kieferorthopädie. Inhaberin von JUST KFO in Köln, gefragte Referentin und Autorin, die regelmäßig in Fachpublikationen und Medien auftritt.

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