Feste Zahnspange in Köln – Brackets für Kinder & Jugendliche
Von klassischen Metallbrackets bis zu nahezu unsichtbaren, selbstligierenden Keramikbrackets: In Köln behandeln wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit modernen festen Zahnspangen – präzise, sanft und aus eigenem Meisterlabor.
Eine feste Zahnspange (Multibracket-Apparatur) korrigiert Zahn- und Bissfehlstellungen präzise und zuverlässig. Kleine Brackets werden auf die Zähne geklebt und über einen Draht sanft bewegt – bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
In unserer Praxis in Köln behandeln wir feste Zahnspangen von der einfachen Korrektur bis zur ausgeprägten Fehlstellung. Welches Bracketsystem passt, legen wir vorab in einer genauen Diagnostik fest.
Wie funktioniert eine feste Zahnspange?
Eine feste Zahnspange (Multibracketapparatur) bewegt die Zähne gezielt im Kieferknochen – ähnlich präzise wie ein Aligner-System (z. B. Invisalign). Die Brackets werden außen oder innen (Lingualtechnik) an den Zähnen befestigt. Außen sitzende Brackets gibt es aus Metall oder – weniger sichtbar – aus Keramik.
Moderne Brackets sind kleiner und komfortabler als früher – die feste Spange bleibt bei komplexen Fehlstellungen unverzichtbar.
Dr. Julia Steinmaier, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
Feste Zahnspange bei Kindern und Jugendlichen
Bei Kindern und Jugendlichen ist die feste Zahnspange häufig das Mittel der Wahl. Wenn sich die bleibenden Zähne im Durchbruch befinden und gleichzeitig Platz für diese benötigt wird, behandeln wir dieses für häufig mit festen Zahnspangen. Dasselbe gilt, wenn die oberen und unteren Zähne beim Zusammenbiss (Okklusion) nicht exakt ineinander passen. Häufig ist eine Alignerbehandlung ebenso möglich.
Wer mit fester Zahnspange Sport treibt, sollte zusätzlich einen individuell angefertigten Sportmundschutz tragen: Er wird über die Brackets gearbeitet und schützt Lippen und Wangen, wenn ein Schlag oder Sturz kommt.
Feste Zahnspange / Klammer bei Erwachsenen
Auch in der Kieferorthopädie für Erwachsene in Köln können wir feste Zahnspangen eingliedern, wenn die Behandlung mit der Alignertherapie keine Alternative darstellt. Dazu zählt die Aufrichtung gekippter Zähne oder die kieferorthopädische Behandlung in Zusammenhang mit einer osseointegrierten Verankerung.
Vergleich der verschiedenen Bracketsysteme:
In unserer Praxis für Kieferorthopädie kommen verschiedene Systeme mit Brackets zum Einsatz. Worin besteht der Unterschied? Sehen Sie sich unsere Gegenüberstellung an:
Behandlung mit Multibracket-Apparaturen
Neu entwickelte Drahtmaterialien und Brackets (z.B. das Damon Bracket) erlauben eine schnelle, schonende und angenehme Behandlung mit der festsitzenden Zahnspange. Nachdem das Bracket (feste Klammer) auf den Zahn gesetzt wird, kann die Zahnoberfläche versiegelt werden.
Selbstligierende Brackets
Das Damon System gehört zu den so genannten passiven selbstligierenden Systemen, das von der Firma Ormco in erster Generation bereits 1996 auf den Markt gebracht wurde, und seitdem ständig neue Maßstäbe für die Effizienz und Qualität der Selbstligierung gesetzt hat.
Der Begriff „Ligierung“ beinhaltet in der Kieferorthopädie die Verbindung von Bogen und Bracket, die bspw. durch elastische Gummis oder dünne Metallligaturen hergestellt wird.
Selbstligierende Brackets bei einer festen Zahnspange
enthalten eine kleine Verschlussklappe, die geschlossen werden kann, und dadurch den Bogen in Position hält. Auf den Gebrauch von Gummis oder Ligaturen kann somit vollkommen verzichtet werden. Die Mundhygienefähigkeit wird enorm verbessert.
Diese Methode bringt entscheidende Vorteile: Durch die Verschlussklappe kann der Bogen frei im Bracket gleiten, was zu geringerer Reibung und reduziertem Kraftaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Brackets führt. Daher bieten selbstlogierende Brackets bemerkenswerte Vorteile gegenüber traditionellen festen Zahnspangen. Die Brackets sind in Metall und in Keramik erhältlich.
Für den Patienten bedeutet dies:
- Kein Wechsel von Gummiligaturen bei den Kontrollterminen
- Erheblich bessere Mundhygienefähigkeit
- Qualitativ hochwertige Resultate
- Biologischere Kräfte auf die Zähne und dadurch sanftere Behandlung
- Bei erheblichem Platzmangel kann häufig auf das Entfernen von Zähnen verzichtet werden.
Wir arbeiten mit Materialien der Firmen Ormco und American Orthodontics.
Behandlung von Kiefergelenkerkrankungen (CMD) mit einer festen Spange
Bei Patienten mit Kiefergelenkerkrankungen (CMD) wird nach der orthopädischen Einstellung der funktionellen Kiefergelenkposition und der physiologischen Einstellung der Unterkieferlage häufig eine kieferorthopädische Behandlung mit einer festen Zahnspange (Multibracketapparatur) oder dem Invisalign-System notwendig. Mit Hilfe der festsitzenden Aufbisse wird die orthopädische Gelenkeinstellung fixiert und die Zähne in einzelnen Segmenten mit der Zahnklammer bewegt. Die festsitzenden Aufbisse werden nach und nach entfernt. Begleitend kann eine manualmedizinische oder osteopathische Behandlung durchgeführt werden.
Häufig gestellte Fragen / FAQ zur festen Zahnspange
Die feste Zahnspange ist eine bewährte und effektive Methode zur Korrektur von Zahnfehlstellungen. Sie besteht aus Brackets, die auf die Zähne aufgeklebt werden, und Drahtbögen, die die Zähne in die gewünschte Position bewegen.
Die Behandlungsdauer mit einer festen Zahnspange variiert je nach Art und Ausmaß der Zahnfehlstellung und kann mehrere Monate bis zu einigen Jahren dauern.1 Während der Behandlung müssen die Zahnspangen regelmäßig vom Kieferorthopäden justiert werden, um die Fortschritte zu überwachen und die Korrektur der Zahnfehlstellung zu optimieren.
Es ist auch wichtig, während der Behandlung eine gute Mundhygiene aufrechtzuerhalten und auf bestimmte Nahrungsmittel und Gewohnheiten zu verzichten, die die Zahnspange beschädigen oder die Zähne beeinträchtigen können. Dazu gehören harte oder klebrige Nahrungsmittel, das Kauen von Eis oder Nägelkauen.
Eine feste Zahnspange kann in vielen Fällen eine bessere Option sein als andere Korrekturmethoden wie Invisalign, insbesondere bei schwereren Zahnfehlstellungen. Ein erfahrener Kieferorthopäde kann die beste Behandlungsmethode empfehlen und eine individuelle Beratung bieten, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.
Die durchschnittliche aktive Behandlungsdauer mit fester Zahnspange liegt in Studien bei rund 20 Monaten (Bandbreite je nach Befund).1
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Welche feste Zahnspange ist die beste?
Die „beste“ Zahnspange gibt es nicht – welche passt, hängt von Befund und Behandlungsziel ab. Die gängigen Varianten:
- Metallbrackets: robust, bewährt und effektiv, aber sichtbar.
- Keramikbrackets: zahnfarben und unauffälliger, dafür empfindlicher.
- Lingualbrackets: innen angebracht und von außen unsichtbar, aber aufwendiger und schwerer zu reinigen.
- Selbstligierende Brackets: kommen ohne Gummibänder aus, oft mit weniger Terminen.
Welche Variante für Sie sinnvoll ist, klären wir in der Beratung. In einer klinischen Vergleichsstudie über zwölf Monate lösten sich Keramikbrackets mit 15,9 Prozent häufiger als Metallbrackets mit 9,1 Prozent – dafür fallen sie optisch weniger auf.
Einen Überblick über alle Zahnspangen-Arten finden Sie hier: feste Zahnspange, lose Zahnspange und durchsichtige Zahnspange.
Wie viele Tage tut eine feste Zahnspange weh?
In den ersten Tagen nach dem Einsetzen oder Nachstellen sind die Zähne oft druckempfindlich – das ist normal und kommt vom Druck, der die Zähne bewegt. Dazu können Reibungen an Wangen und Lippen kommen. Die Beschwerden klingen meist innerhalb weniger Tage ab, sobald sich die Mundschleimhaut gewöhnt hat. Lindern lassen sie sich mit weicher Kost und bei Bedarf einem Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Halten starke Schmerzen länger an, sollten Sie die Spange kontrollieren lassen. Bei den meisten lässt das Druckgefühl nach etwa 3 bis 5 Tagen deutlich nach.
Was ist besser eine feste oder lose Zahnspange?
Das hängt vom Befund ab. Eine feste Zahnspange – Brackets plus Drahtbögen, fest verklebt – eignet sich für stärkere Fehlstellungen und wird durchgehend getragen. Eine lose Zahnspange korrigiert leichtere Fehlstellungen oder hält nach der Behandlung als Retainer das Ergebnis; sie ist herausnehmbar. Oft werden beide kombiniert. Was passt, hängt von Schwere der Fehlstellung, Alter und individuellen Faktoren ab. In direkten Vergleichsstudien lag der Unterschied im erreichten Ergebnis an der Frontzahnstufe zwischen festsitzenden und herausnehmbaren Geräten bei weniger als einem Millimeter – entscheidend ist deshalb, welche Fehlstellung vorliegt, nicht welche Bauart.
Was bringt eine feste Zahnspange?
Eine feste Zahnspange korrigiert Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien zuverlässig. Der Nutzen:
- Stellung: korrigiert Über-, Unter-, Kreuz- und offenen Biss sowie Engstände.
- Ästhetik: ein gleichmäßiges Lächeln stärkt das Selbstbewusstsein.
- Zahngesundheit: senkt das Risiko für Zahnfleischerkrankungen, Karies und Abnutzung.
- Funktion: verbessert Kaufunktion und Sprache, entlastet das Kiefergelenk.
- Dauerhaftigkeit: mit guter Nachsorge halten die Ergebnisse langfristig.
Die Behandlung braucht Zeit, gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen. Bei Kindern mit deutlich vorstehenden oberen Schneidezähnen ist das Risiko für eine Verletzung der Frontzähne um das Zwei- bis Dreifache erhöht. In Deutschland ist bei etwa 40 Prozent der Zehnjährigen von einem kieferorthopädischen Behandlungsbedarf auszugehen, und rund 456.700 Behandlungen werden pro Jahr neu geplant.
Wie viel kostet eine feste Zahnspange ohne Krankenkasse?
Ohne Kassenübernahme liegen die Kosten je nach Befund und Spangenart meist zwischen 3.000 € und 8.000 €. Wie hoch sie ausfallen, hängt von Art der Spange, Behandlungsdauer und Aufwand ab.
Wann bekommt man eine Gratis Zahnspange?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Zahnspange bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht – etwa bei einer ausgeprägten Fehlstellung von Zähnen oder Kiefer oder einer funktionellen Beeinträchtigung (eingestuft in den KIG-Stufen). Bezahlt wird die herkömmliche feste Zahnspange; ästhetische Alternativen wie Keramikbrackets kosten extra. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Kasse – wir prüfen mit Ihnen, ob eine Notwendigkeit vorliegt und welche Optionen es gibt.
Was kostet eine feste Zahnspange für Kinder bei der gesetzlichen Krankenkasse (z. B. AOK)?
Bei Kindern und Jugendlichen mit anerkanntem Behandlungsbedarf (KIG-Stufe 3–5) übernehmen die gesetzlichen Kassen wie die AOK die Kosten der festen Zahnspange in der Regel vollständig. Unterhalb von KIG 3 ist die Behandlung meist privat (ca. 3.000–8.000 €).
Kann man Zahnspange monatlich bezahlen?
Ja, oft lässt sich die Zahnspange über eine Ratenzahlung mit der Praxis monatlich begleichen. Eine Ratenzahlung kann allerdings Zinsen oder Gebühren mit sich bringen – prüfen Sie die Konditionen vorab. Zur Größenordnung: Ohne Kassenübernahme liegen die Kosten je nach Befund und Spangenart meist zwischen 3.000 € und 8.000 €.
Welche Zahnspange ist die günstigste?
Am günstigsten ist meist die herkömmliche feste Metallspange – bewährt und vergleichsweise preiswert. Unsichtbare Alternativen wie Invisalign oder Keramikbrackets kosten mehr. Die genauen Kosten hängen von Region, Praxis und Befund ab. Ab KIG 3 übernehmen die gesetzlichen Kassen die feste Metallspange als Regelversorgung in der Regel vollständig; unterhalb davon liegt die Behandlung meist bei ca. 3.000–8.000 €.
Wie lange verschieben sich Zähne nach Zahnspange?
Nach der Behandlung neigen die Zähne dazu, sich wieder zu verschieben – wie stark, hängt von Veranlagung, Behandlung und Nachsorge ab. Deshalb stabilisieren Retainer (fest oder herausnehmbar) das Ergebnis. Meist werden sie anfangs mindestens sechs Monate bis ein Jahr getragen, oft auch dauerhaft. Wichtig ist, die Empfehlungen zur Retention konsequent einzuhalten.2
Wann ist eine Zahnspange nicht möglich?
Meist ist eine Zahnspange in jedem Alter möglich. In einigen Situationen ist sie aber nicht ratsam oder erst nach einer Vorbehandlung sinnvoll:
- schwere Kieferanomalien, die eine chirurgische Korrektur brauchen
- zu wenig Knochen oder Platz für die Zähne
- fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung oder andere ernste Zahnprobleme
- schwere Allergie gegen die Materialien der Spange
Diese Punkte schließen eine Behandlung nicht automatisch aus. Vor Beginn untersuchen wir gründlich, ob eine Spange sinnvoll ist, und nennen bei Bedarf Alternativen. Zulasten der gesetzlichen Krankenkasse ist eine Behandlung nur möglich, wenn sie vor dem vollendeten 18. Lebensjahr beginnt – Ausnahmen gelten allein bei schweren Kieferanomalien, die zusätzlich einen kieferchirurgischen Eingriff erfordern. Bleibt die Mundhygiene trotz Anleitung dauerhaft unzureichend, muss das Behandlungsziel neu festgelegt oder die Behandlung beendet werden – unter festen Spangen entwickelt rund ein Drittel der Behandelten neue weiße Entkalkungsflecken.
Wie schnell wirkt eine Zahnspange?
Wie schnell sich etwas tut, hängt von Ausgangsbefund, Spangenart und Schwere der Fehlstellung ab. Zu Beginn bewegen sich die Zähne schon leicht, ein sichtbares Ergebnis braucht aber Zeit. Die Behandlung dauert je nach Fall einige Monate bis mehrere Jahre, in denen die Zähne kontinuierlich unter sanftem Druck stehen. Wir kontrollieren den Fortschritt regelmäßig und informieren Sie über den voraussichtlichen Zeitrahmen. Je nach Fall dauert eine Behandlung mit fester Zahnspange in der Regel ca. 1,5–2,5 Jahre.
Kann man die Behandlungsdauer einer festen Zahnspange verkürzen?
Die Dauer hängt vor allem vom Befund ab und lässt sich nicht beliebig verkürzen. Das konsequente Einhalten der Kontrolltermine und eine gute Mundhygiene sorgen aber dafür, dass die Behandlung ohne Verzögerungen im geplanten Rahmen bleibt. In einer Untersuchung verlängerte jeder versäumte Termin die Behandlung im Mittel um etwa einen Monat, ebenso jede Phase mit nachlässig getragenen Gummizügen – regelmäßige Termine und konsequentes Mittragen sind damit der wirksamste Hebel. Für Vibrationsgeräte, die eine kürzere Behandlung versprechen, ist ein Nutzen für die Gesamtbehandlungsdauer bislang nicht belegt.
Klassifikationssystem der Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG)
Das Klassifikationssystem der Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) dient in Deutschland zur Bewertung des kieferorthopädischen Behandlungsbedarfs basierend auf Befunden.
Kieferorthopäden nutzen das System, um Zahn- und Kieferfehlstellungen in fünf unterschiedliche Kategorien einzuordnen. Abhängig von der zugeordneten Kategorie werden die Behandlungskosten von den Krankenkassen übernommen oder als Privatleistung angeboten.
Das KIG-System hilft dabei, eine klare Struktur in der Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen zu gewährleisten und die entsprechenden Leistungsansprüche gegenüber der Krankenkasse zu ermitteln.
Zahnspange richtig pflegen – Unsere Pflegeanweisungen
Was muss ich mit der neuen Zahnspange beachten?
1.) Herausnehmbare Zahnspange/ Invisalign Schienen:
Es ist wichtig, dass die herausnehmbaren Geräte sauber gehalten und richtig verwahrt werden. Das bedeutet, dass das Gerät genauso wie die Zähne auch mit Zahnbürste und Zahnpasta, oder falls gewünscht auch mit speziellen Reinigungstabletten aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt gepflegt werden sollten. Die Spange sollte außerhalb des Mundes immer in der Spangendose aufbewahrt werden. Wird die Zahnspange nicht sorgfältig aufbewahrt, kann sie verbiegen oder brechen und im schlimmsten Fall nicht mehr richtig funktionieren.
Bei der festsitzenden Zahnspange sind Brackets oder Bänder auf die Zähne geklebt und jeweils mit einem Bogen verbunden. Dies kann nach Einsetzen der Brackets aber auch neuer Bögen vorübergehend zu Spannungen führen. Dieses Druckgefühl setzt meist am Abend darauf ein und lässt dann jedoch innerhalb der nächsten drei bis vier Tage wieder nach. In dieser Zeit ist es empfehlenswert, etwas weichere Kost zu sich zu nehmen und starkes Abbeißen zu vermeiden. Prinzipiell gilt jedoch während der kompletten Behandlungszeit mit der festen Zahnspange, dass klebrige oder besonders harte Nahrungsmittel gemieden werden sollten, um nicht ein Ablösen des Brackets herauszufordern. Möglicherweise können wunde Stellen am Zahnfleisch oder an der Innenseite der Wange auftreten. Abdecken mit zahnärztlichem Wachs schafft meist Linderung, aber auch hier benötigt die Schleimhaut ein paar Tage, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, und eine Art Hornhaut zu bilden. Wenn die Symptome nicht besser werden, sollten sie jedoch die Praxis erneut aufsuchen.
Die Bestandteile der festsitzenden Zahnspange / Apparatur sind sehr empfindlich, und daher kann es zum Bruch des Bogens oder zum Ablösen von Brackets kommen. Bitte melden Sie sich in unserer Praxis, damit wir die feste Zahnspange wieder instand setzen können. Sollte der Bogen am hinteren Ende in die Backe stechen, können sie ihn auch einfach mit einer kleinen Zange kürzen. In jedem Fall sollten sie aber in der Praxis vorbeikommen, damit der Kieferorthopäde die verlorenen Bestandteile wieder ersetzen kann.
Pflegeanleitung Zahnspange:
Festsitzende Zahnspangen erfordern eine besonders intensive Pflege. Diese ist schwieriger und zeitaufwendiger als ohne Brackets oder bei Invisalign-Behandlung. Eine gründliche Zahnreinigung nach jeder Mahlzeit ist mit einer festsitzenden Zahnspange jedoch unabdinglich, da sich im Umkreis der festsitzenden Elemente verstärkt bakterielle Plaque bilden kann, und dadurch ein erhöhtes Kariesrisiko besteht. Für die Pflege mit der festsitzenden Zahnspange empfehlen wir:
Oral B Indicator 35 Orthodontic
Oral B Interdentalset
Oral B Interspace (Apotheke)
Oral B Superfloss (50 Fäden)
Oral B Ortho (Aufsatz für elektrische Zahnbürsten)
Diese speziellen Zahnbürsten und Zahnseiden ermöglichen die Reinigung von schwieriger zugängigen Zahnregionen und sollten bei der täglichen Zahnpflege mit der festsitzenden Zahnspange unbedingt dazugehören. Des Weiteren ist die zusätzliche Pflege mit Mundspüllösungen manchmal indiziert.
Mit einer elektrischen Zahnbürste, z.B. Sonicare von Philips, ist eine optimale Reinigung der Zähne auch bei festsitzenden Zahnspangen oder bei der Behandlung mit dem Invisalign-System möglich. Ergänzend kann AirFloss (Philips) als Ersatz für Zahnseide für die Reinigung der Zahnzwischenräumre eingesetzt werden.
Gaumennaht-Erweiterung (GNE)
Die Gaumennaht-Erweiterung ist eine festsitzende Zahnspange zur skelettalen Verbreiterung des Oberkiefers. Die Erstpublikation erfolgte 1877 durch Angell in den USA. Nach 1945 durch Haas, Timms, Derichsweiler wieder entdeckt, hat sich die GNE inzwischen ihren unersetzlichen Platz in der Kieferorthopädie gesichert.
Die Zahnspange wird meistens mit Bändern an den 1. Molaren und den 1. Prämolaren befestigt. Heute kann die Apparatur auch als Plastikschiene, die alle Seitenzähne umfasst, verwendet werden. Die Apparatur ist mit einer Dehnschraube in der Mitte versehen, mit der die beiden Hälften des Oberkiefers in zwei bis vier Wochen bis zu 10 Millimeter auseinandergedrückt werden können. In der Mitte bildet sich dann zuverlässig neuer Knochen.
Der Einsatz der Gaumennaht-Erweiterung ist sinnvoll bei Patienten mit zu schmalem Oberkiefer. Die mit der GNE erzielte Verbreiterung ist skelettal, also durch neu gebildeten Knochen bewirkt.
Die Gaumennaht-Erweiterung hat viele gesundheitliche Nebeneffekte, die alle auf der Verbesserung der Nasenatmung beruhen: weniger Erkältung, weniger Kieferhöhlenprobleme, Verbesserung der Belüftung des Innenohrs über die Eustachische Röhre mit Besserung von Ohrsymptomen, Verbesserung der Schlafqualität. Die Gaumennaht-Erweiterung ist häufig eine gute Vorbereitung einer folgenden Behandlung mit KFO- Geräten, dem Invisalign– System oder der festen Zahnspange.
In seltenen Fällen kann es zu möglichen Nebenwirkungen wie leichter Zahnlockerung, Druckgefühl und evtl. Schmerzen im Kopfbereich sowie gerötetem oder leicht entzündetem Zahnfleisch kommen.
Die Gaumennaht-Erweiterung ist eine festsitzende Zahnspange
Die Gaumennaht-Erweiterung ist eine festsitzende Zahnspange
Distalizer nach Carrière
Der Distalizer nach Carrière ist ein absolut passives Gerät, das nur durch den Einsatz von Klasse II Gummizügen aktiv wird. Die nickelfreie Apparatur wird auf den seitlichen Zahnbereich aufgebracht und lässt dadurch den sichtbaren Frontbereich weitgehend frei.
Eine durchsichtige Halteschiene in Kombinationen mit kleinen Knöpfchen im Gegenkiefer bietet den Verankerungspunkt für die elastischen Gummizüge. Das Gelenk, die entscheidende Komponente des Distalizers, ermöglicht eine gezielte Distalisierung des Eckzahnes und gleichzeitig eine Distalisierung und Derotation des Molaren.
Wir wenden den Distalizer bei einer Klasse II-Verzahnung gerne vor einer Invisalign-Behandlung an.
Patientenbeispiel
Verankerungstechnik Kieferorthopädie
Sehr schwierige Zahnbewegungen sind möglich geworden durch eine Verankerung, die am Knochen befestigt wird. Verankerung bedeutet, dass wir uns von dieser Stelle den Halt holen, den wir für eine Bewegung eines Zahnes benötigen.
Beispielfälle
Intrusion eines elongierten Molaren mit Minischrauben und Invisalign
Die folgenden Bilder zeigen die Intrusion eines verlängerten oberen Molaren durch eine Invisalign-Behandlung in Kombination mit Miniimplantaten und Gummizügen. Das Setzen von zwei kleinen Schrauben bukkal und palatinal des zu intrudierenden Zahnes ermöglicht einen optimalen Angriffspunkt für die Invisalign Schienen und die zusätzliche Kraftkomponente durch die Gummizüge. Durch die Behandlung konnte eine optimale Ausgangssituation für die implantologische Versorgung des Gegenkiefers erfolgen.
Gegenüberstellung vor der Intrusion und nach der Behandlung mit dem Invisalign-System und Minischraube. Implantologische Versorgung durch Dr. Schuppan
Positioner
Nach Entfernung der Brackets und Bänder beginnt die Zeit der Feineinstellung und Retention. Der Halteapparat der Zähne ist noch nicht vollständig gefestigt und kann somit durch den so genannten Positioner noch perfektioniert und die Zähne in die ideale Position gebracht werden.
Dazu sind im Labor verschiedene Schritte notwendig. Vom Gipsmodell werden einzelne Zähne oder Zahngruppen herausgelöst und individuell in der Idealaufstellung der Zahnbögen repositioniert. Über diesen Idealbogen werden dann durch eine spezielle Tiefziehtechnik die Positioner angefertigt.
Quellen, Studien & weiterführende Hinweise
Quellen:
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Akutes Problem mit der Spange?
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