Ein offener Biss zählt zu den komplexeren Zahnfehlstellungen und Kieferfehlstellungen und kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Charakteristisch ist, dass sich die oberen und unteren Zähne beim Zubeißen nicht vollständig berühren, sodass zwischen den Zahnreihen eine Lücke besteht. Dies kann nicht nur das äußere Erscheinungsbild beeinflussen, sondern auch Funktionen wie Kauen, Sprechen oder Atmen beeinträchtigen.
In unserer Fachpraxis für Kieferorthopädie klären wir Sie umfassend über die wichtigsten Ursachen für einen offenen Biss, mögliche Folgen und individuell passende Behandlungsmöglichkeiten auf.
Inhaltsverzeichnis
Über die Autorin
Dr. Julia Steinmaier
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
Inhaberin von JUST KFO in Köln, gefragte Referentin und Autorin, die regelmäßig in Fachpublikationen und Medien auftritt.
Was ist ein offener Biss? – Definition
Bei einem offenen Biss besteht im Frontzahnbereich oder Seitenzahnbereich ein sichtbarer Abstand zwischen den Zahnreihen des Oberkiefers und Unterkiefers, selbst wenn der Mund geschlossen ist. Man unterscheidet dabei:
Anteriorer offener Biss: Spalt im Frontzahnbereich
Posteriorer offener Biss: Lücke im Seitenzahnbereich
Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein – von milden Formen bis hin zu deutlichen funktionellen Einschränkungen.
Ursachen für einen offenen Biss
Ein offener Biss entsteht meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Häufige Ursachen sind:
Angewohnheiten im Kindesalter (z. B. Daumenlutschen, längeres Nuckeln am Schnuller)
Fehlfunktionen der Zunge, wie dauerhaftes Zungenpressen
Mundatmung statt Nasenatmung
Genetische Veranlagung und Wachstumsstörungen des Kiefers
Fehlentwicklungen während des Zahnwechsels
Je früher die Ursache erkannt wird, desto einfacher kann eine gezielte Behandlung erfolgen.
Welche Auswirkungen kann ein offener Biss haben?
Ein unbehandelter offener Biss kann langfristig verschiedene Probleme verursachen, darunter:
Kaubeschwerden und Einschränkungen beim Abbeißen von Nahrung
Sprachstörungen, wie Lispeln oder beeinträchtigte Aussprache
Dauerhaft gestörte Nasenatmung, Neigung zu häufigen Erkältungen
Erschwerter Lippenschluss
Nächtliches Schnarchen bis hin zu Atemaussetzern im Schlaf
Überlastung einzelner Zähne mit erhöhtem Risiko für Zahnverschleiß
Kiefergelenksbeschwerden (CMD) und Kieferschmerzen
Ästhetische Beeinträchtigung des Gesichtsprofils
Eine frühzeitige kieferorthopädische Abklärung ist daher sinnvoll – unabhängig vom Alter.
Wie wird ein offener Biss diagnostiziert?
In unserer Praxis erfolgt die Diagnostik anhand einer umfassenden Untersuchung:
Klinische Analyse der Zahnreihen, Zahnstellung und Bisslage
Digitale Abformung mittels 3D-Scan
Funktionsdiagnostik von Atmung, Zunge, Lippen und Kiefergelenken
Bei Bedarf ergänzende Röntgendiagnostik
So können wir die Ursachen präzise bestimmen und eine individuell passende Therapie planen.
Behandlungsmöglichkeiten bei offenem Biss
Die Therapie richtet sich nach Alter, Ursache und Ausprägung der Fehlstellung.
Behandlung im Kindes- und Jugendalter
Bei jungen Betroffenen stehen oft wachstumslenkende Maßnahmen im Vordergrund:
Abgewöhnen schädlicher Habits (Daumen, Schnuller)
Funktionelle kieferorthopädische Geräte
Frühzeitige Korrektur von Zungen- und Atemmustern
Behandlung bei Erwachsenen
Auch im Erwachsenenalter ist eine erfolgreiche Behandlung möglich, etwa durch:
Festsitzende Zahnspangen zur präzisen Korrektur der Zahnreihen
Aligner-Therapie bei geeigneten Ausgangssituationen
Kombination mit funktioneller Therapie (z. B. Logopädie zur Verbesserung der Aussprache)
In seltenen Fällen: Operation zur Korrektur von skelettalen Fehlstellungen
In unserer Fachpraxis für Kieferorthopädie beraten wir Sie ausführlich, welche Methode medizinisch sinnvoll ist.
Wie lange dauert die Behandlung eines offenen Bisses?
Die Behandlungsdauer ist individuell verschieden und hängt von der Ausgangssituation ab. In der Regel bewegt sie sich zwischen 12 und 24 Monaten. Entscheidend für den Erfolg ist die konsequente Mitarbeit – insbesondere bei herausnehmbaren Apparaturen oder Alignern.
Offener Biss und Aligner – ist das möglich?
Bei leichten bis moderaten Formen eines offenen Bisses kann eine Aligner-Behandlung eine geeignete Option sein. Ob diese Methode infrage kommt, prüfen wir sorgfältig im Rahmen der Diagnostik.
Kosten einer Behandlung bei offenem Biss
Die Kosten richten sich nach Art und Umfang der Behandlung. Nach der ausführlichen Untersuchung erhalten Sie bei JUST KFO eine transparente und individuelle Kostenübersicht.
Gut zu wissen:
Private Krankenversicherungen übernehmen häufig einen Teil der Kosten
Flexible Finanzierungsmöglichkeiten sind möglich
Offener Biss behandeln – individuell und fundiert
Ein offener Biss ist mehr als ein ästhetisches Thema. Mit einer frühzeitigen und fachgerechten Behandlung lassen sich Funktion, Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig verbessern.
In unserer Praxis JUST KFO begleiten wir Sie mit moderner Diagnostik, langjähriger Erfahrung und individuell abgestimmten Therapiekonzepten.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin für eine persönliche Beratung.
Häufige gestellte Fragen zum offenen Biss (FAQs)
Wie erkenne ich einen offenen Biss?
Ein offener Biss ist daran zu erkennen, dass die oberen und unteren Zähne beim Zubeißen nicht vollständig aufeinandertreffen und eine sichtbare Lücke zwischen den Zahnreihen besteht. Besonders im Frontzahnbereich oder den Seitenzähnen bleibt der Kontakt aus, auch wenn der Mund geschlossen ist.
Welche Ursachen hat ein offener Biss?
Die Ursachen für einen offenen Biss sind vielfältig. Häufig entstehen sie durch Angewohnheiten im Kindesalter wie Daumenlutschen, längeres Nuckeln am Schnuller oder Zungenpressen. Auch genetische Veranlagungen und Wachstumsstörungen des Kiefers können eine Rolle spielen.
Wie wird ein offener Biss behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Alter, Ursache und Ausprägung der Fehlstellung. Bei Kindern stehen oft das Abgewöhnen schädlicher Gewohnheiten und kieferorthopädische Geräte im Vordergrund. Erwachsene können von festen Zahnspangen, Alignern oder in schweren Fällen von chirurgischen Eingriffen profitieren.
Wie lange dauert die Behandlung eines offenen Bisses?
Die Behandlungsdauer variiert individuell, liegt aber meist zwischen 12 und 24 Monaten. Eine konsequente Mitarbeit, besonders bei herausnehmbaren Apparaturen oder Alignern, ist entscheidend für den Erfolg.
Kann ein offener Biss auch die Sprachentwicklung beeinflussen?
Ja, ein offener Biss kann zu Sprachstörungen führen, da die Zunge beim Sprechen oft in die Lücke zwischen den Frontzähnen gelangt. Dies kann die Aussprache bestimmter Laute erschweren und gegebenenfalls eine logopädische Therapie erforderlich machen.