What Is an orthodontist? Education, Titles, and Differences

17.07.2026Dr. Julia Steinmaierca. 6 Min. Lesezeit

„Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“, „Master of Science Kieferorthopädie“, „Zahnarzt mit Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie“ – auf Praxisschildern klingen diese Titel zum Verwechseln ähnlich. Tatsächlich stehen dahinter sehr unterschiedliche Qualifikationswege: vom mehrjährigen Vollzeit-Weiterbildungsgang mit Prüfung vor der Zahnärztekammer bis zur reinen Selbsteinschätzung ohne jede Prüfung. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie man Kieferorthopädin oder Kieferorthopäde wird, was die einzelnen Titel bedeuten und woran Sie eine kieferorthopädische Fachpraxis erkennen.

Schnellüberblick: „Kieferorthopäde“ bzw. „Fachzahnärztin für Kieferorthopädie“ ist eine geschützte Gebietsbezeichnung. Sie setzt ein abgeschlossenes Zahnmedizinstudium plus eine mehrjährige, hauptberufliche Weiterbildung mit Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer voraus. „M. Sc. Kieferorthopädie“ und „Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie“ sind dagegen Zusatzqualifikationen bzw. Selbstauskünfte – keine Fachzahnarzt-Titel.

Wie wird man Kieferorthopädin oder Kieferorthopäde?

Der Weg zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie ist in Deutschland klar geregelt – durch die Weiterbildungsordnungen der Landeszahnärztekammern, in drei Stufen:

  • Zahnmedizinstudium: fünf Jahre Universitätsstudium mit Staatsexamen und Approbation als Zahnärztin oder Zahnarzt.
  • Fachzahnarzt-Weiterbildung: eine anschließende, mindestens dreijährige Weiterbildung – hauptberuflich, in Vollzeit und nur an zugelassenen Weiterbildungsstätten: in kieferorthopädischen Fachpraxen mit Weiterbildungsbefugnis oder an Universitätskliniken. In dieser Zeit dreht sich alles um Kieferorthopädie – von der Diagnostik bis zur Behandlung komplexer Fehlstellungen.
  • Fachzahnarztprüfung: Erst nach bestandener Prüfung vor der Zahnärztekammer darf die geschützte Gebietsbezeichnung „Fachzahnarzt/Fachzahnärztin für Kieferorthopädie“ – kurz: Kieferorthopäde bzw. Kieferorthopädin – geführt werden.

Kieferorthopäde, M. Sc. oder Tätigkeitsschwerpunkt – was bedeuten die Titel?

Alle drei Bezeichnungen sagen aus, dass sich die Behandlerin oder der Behandler mit Kieferorthopädie beschäftigt – der Umfang der nachgewiesenen Qualifikation unterscheidet sich jedoch deutlich.

Fachzahnarzt bzw. Fachzahnärztin für Kieferorthopädie

Mindestens drei Jahre hauptberufliche Vollzeit-Weiterbildung an zugelassenen Weiterbildungsstätten, definierte Ausbildungsinhalte, Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer. Nur diese Qualifikation berechtigt zur Bezeichnung „Kieferorthopäde“ oder „Kieferorthopädin“.

Master of Science (M. Sc.) Kieferorthopädie

Der Master of Science (M.Sc.) Kieferorthopädie ist ein postgradualer Studiengang für approbierte Zahnärztinnen und Zahnärzte, der theoretische und praktische Kenntnisse in der Kieferorthopädie vermittelt. Er stellt jedoch keine Fachzahnarztausbildung dar und ist dieser weder rechtlich noch hinsichtlich Umfang und Ausbildungsstruktur gleichgestellt. Während der M.Sc. berufsbegleitend absolviert wird, umfasst die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie eine mehrjährige, hauptberufliche klinische Ausbildung mit umfassender praktischer Tätigkeit, festgelegten Weiterbildungsinhalten und einer abschließenden Prüfung vor der Zahnärztekammer. Der M.Sc. kann eine fachliche Zusatzqualifikation sein, ersetzt jedoch nicht die anerkannte fachzahnärztliche Weiterbildung.

Zahnarzt mit Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie

Hier handelt es sich um eine Selbstauskunft: Die Zahnärztin oder der Zahnarzt gibt an, sich diesem Bereich besonders zu widmen. Eine vorgeschriebene Ausbildung oder Prüfung ist dafür nicht erforderlich. Das sagt nichts über das persönliche Engagement aus – es ist aber wichtig zu wissen, dass hinter dieser Formulierung kein formal geprüfter Qualifikationsnachweis steht.

Warum ist der Unterschied für Sie relevant?

Kieferorthopädische Behandlungen sind langfristige, biologisch anspruchsvolle Eingriffe: Zähne werden über Monate bis Jahre durch den Knochen bewegt, Kiefergelenke, Wachstum und Funktion müssen mitgedacht werden. Planungsfehler zeigen sich oft erst spät – und sind dann aufwendig zu korrigieren. Studien weisen zudem darauf hin, dass die Behandlungsqualität bei Fachzahnärzten im Durchschnitt höher ausfällt als bei Allgemeinzahnärzten (Marques et al., 2012). Wichtiger als das Praxisschild ist deshalb die Frage: Wer plant und verantwortet Ihre Behandlung – und mit welcher Ausbildung?

So prüfen Sie die Qualifikation: Achten Sie auf die exakte Bezeichnung „Fachzahnarzt/Fachzahnärztin für Kieferorthopädie“ – nicht nur auf das Wort „Kieferorthopädie“ im Praxisnamen – und fragen Sie ruhig direkt nach; eine Fachpraxis antwortet gern und transparent. Ein gutes Zusatzsignal: wissenschaftliche Aktivitäten wie Fachpublikationen oder Vortragstätigkeit.

Womit befasst sich ein Kieferorthopäde konkret?

Kieferorthopädie ist deutlich mehr als „gerade Zähne“. Zum Fachgebiet gehören:

  • Diagnostik: Analyse von Zahn- und Kieferfehlstellungen, Wachstumsbeurteilung, digitale 3D-Diagnostik und Funktionsanalyse.
  • Zahn- und Kieferkorrekturen: mit festen und losen Zahnspangen sowie nahezu unsichtbaren Alignern – bei Kindern und Jugendlichen ebenso wie bei Erwachsenen.
  • Funktionsstörungen: craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), Zähneknirschen und Kiefergelenkbeschwerden.
  • Schnittstellen zur Medizin: etwa Unterkiefer-Protrusionsschienen bei Schnarchen und leichter bis mittelgradiger Schlafapnoe – in Abstimmung mit Schlafmedizin und HNO.
  • Retention: die langfristige Stabilisierung des Behandlungsergebnisses mit Retainern.

Ästhetik ist dabei ein willkommener Nebeneffekt – im Vordergrund steht die medizinische Frage: Beeinträchtigt die Fehlstellung Funktion, Zahngesundheit oder Atmung? Maßstab sind fachliche Kriterien, wie sie auch die Leitlinie der DGKFO beschreibt.

Wann sollten Sie zum Kieferorthopäden?

Bei Kindern ist eine erste kieferorthopädische Kontrolle im Grundschulalter sinnvoll – auch wenn (noch) keine Behandlung ansteht. Viele Fehlentwicklungen lassen sich in dieser Wachstumsphase mit einfachen Mitteln steuern, bevor sie sich verfestigen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Wann zum Kieferorthopäden: Der richtige Zeitpunkt für den ersten Besuch.

Für Erwachsene gilt: Eine kieferorthopädische Behandlung ist in jedem Alter möglich, solange Zähne und Zahnhalteapparat gesund sind – heute auch mit unauffälligen Lösungen wie durchsichtigen Alignern.

Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung beim Kieferorthopäden?

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren richtet sich die Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen nach den kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG), die den Schweregrad einer Fehlstellung in fünf Stufen einteilen. Ab KIG-Stufe 3 übernimmt die Kasse die vertraglichen Leistungen – zunächst abzüglich eines Eigenanteils von in der Regel 20 Prozent (10 Prozent bei gleichzeitig behandelten Geschwisterkindern), der nach erfolgreichem Behandlungsabschluss vollständig erstattet wird.

Bei Erwachsenen zahlt die gesetzliche Kasse nur in Ausnahmefällen: bei schweren Kieferanomalien, die eine kombinierte kieferchirurgisch-kieferorthopädische Behandlung erfordern. Private Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen erstatten je nach Tarif einen Teil der Kosten. Welche Leistungen über den Kassenstandard hinausgehen, erklären wir im Beitrag Außervertragliche Leistungen in der Kieferorthopädie.

Fachzahnärztinnen für Kieferorthopädie bei JUST KFO in Köln

Bei JUST KFO in Köln-Rodenkirchen behandeln Sie ausschließlich Fachzahnärztinnen für Kieferorthopädie. Unsere Praxisinhaberin Dr. Julia Steinmaier ist zudem als Referentin und Autorin tätig und hat gemeinsam mit Hochschulexpertinnen und -experten wissenschaftlich publiziert – eine Auswahl finden Sie in unserem Bereich Fachpublikationen.

Ob erste Kontrolle bei Ihrem Kind, Aligner-Behandlung im Erwachsenenalter oder Abklärung von Kiefergelenkbeschwerden: Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und beraten Sie medizinisch fundiert und transparent. Vereinbaren Sie gern einen Termin – wir freuen uns auf Sie.

Sources:

  • Zahnärztekammer Nordrhein: Weiterbildung in den Fachbereichen Kieferorthopädie und Oralchirurgie (Weiterbildungsordnung). Verfügbar unter: https://www.zahnaerztekammernordrhein.de/bereich/zahnaerzte/weiterbildung/
  • Verbraucherzentrale (2025): Eigenanteil, Kassenleistung und Zusatzkosten beim Kieferorthopäden. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerztinnen-und-kliniken/eigenanteil-kassenleistung-und-zusatzkosten-beim-kieferorthopaeden-12836
  • Marques, L. S., Freitas Junior, N., Pereira, L. J., & Ramos-Jorge, M. L. (2012). Quality of orthodontic treatment performed by orthodontists and general dentists. The Angle Orthodontist, 82(1), 102–106. https://doi.org/10.2319/061311-389.1
  • AWMF-Registernr. 083-018: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) und der DGZMK: Indikationen kieferorthopädischer Behandlung. Verfügbar unter: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/083-018.html
  • Proffit, W. R., Fields, H. W., Larson, B., & Sarver, D. M. (2018). Contemporary Orthodontics (6th ed.). Elsevier.

Häufig gestellte Fragen zum Kieferorthopäden

Ist „Kieferorthopäde“ eine geschützte Berufsbezeichnung?

Ja. „Kieferorthopäde“ bzw. „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“ ist eine geschützte Gebietsbezeichnung nach den Weiterbildungsordnungen der Zahnärztekammern. Sie darf nur führen, wer nach dem Zahnmedizinstudium eine mehrjährige hauptberufliche Weiterbildung absolviert und die Fachzahnarztprüfung bestanden hat.

Was ist der Unterschied zwischen Zahnarzt und Kieferorthopäde?

Jede Kieferorthopädin ist auch Zahnärztin – aber nicht umgekehrt. Der Zahnarzt behandelt das gesamte Spektrum der Zahnheilkunde, etwa Karies, Wurzelbehandlungen oder Zahnersatz. Der Kieferorthopäde hat sich nach dem Studium in einer mindestens dreijährigen Vollzeit-Weiterbildung auf die Diagnostik und Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen spezialisiert.

Brauche ich eine Überweisung, um zum Kieferorthopäden zu gehen?

Nein. In Deutschland gilt die freie Arztwahl – Sie können direkt einen Termin in einer kieferorthopädischen Fachpraxis vereinbaren. Häufig überweisen Zahnärztinnen und Zahnärzte ihre Patienten aber auch gezielt, wenn ihnen eine Fehlstellung auffällt.

Was kostet der erste Termin beim Kieferorthopäden?

Das hängt von Versicherung und Umfang der Untersuchung ab. Bei gesetzlich versicherten Kindern und Jugendlichen ist die kieferorthopädische Untersuchung Teil der vertragszahnärztlichen Versorgung; bei Erwachsenen und bei weiterführender Diagnostik können private Leistungen anfallen. Wir informieren Sie vor jeder Untersuchung transparent über mögliche Kosten.

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Dr. Julia Steinmaier

Specialist in orthodontics. Owner of JUST KFO Cologne, a sought-after speaker and author who regularly contributes to professional publications and the media.

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Reviewed by Dr. med. dent. Julia Steinmaier, specialist in orthodontics · Last reviewed on July 17, 2026

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