Artikel

Nachbehandlung nach der Zahnspange

Nach Monaten oder sogar Jahren kieferorthopädischer Behandlung ist der Moment endlich da: Die Zahnspange wird entfernt, und das neue Lächeln kommt zum Vorschein. Doch auch wenn die aktive Behandlungsphase abgeschlossen ist, bleibt die Nachsorge ein entscheidender Teil des Erfolgs. Nur mit einer konsequenten Retention und regelmäßigen Kontrollen lassen sich die erzielten Ergebnisse langfristig sichern.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was in der Phase nach der Zahnspange wichtig ist, welche Arten von Retainern es gibt und worauf Sie bei Pflege und Kontrolle achten sollten.

Über die Autorin

Bild von Dr. Julia Steinmaier

Dr. Julia Steinmaier

Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
Inhaberin von JUST KFO in Köln, gefragte Referentin und Autorin, die regelmäßig in Fachpublikationen und Medien auftritt.

Warum ist die Nachbehandlung so wichtig?

Nach dem Entfernen der Zahnspange sind die Zähne zunächst noch nicht fest in ihrer neuen Position verankert. Der Zahnhalteapparat braucht Zeit, um sich an die neue Stellung anzupassen. Ohne gezielte Stabilisierung besteht das Risiko, dass sich die Zähne wieder verschieben – ein Phänomen, das als Rezidivbezeichnet wird.

Die Nachbehandlung stellt sicher, dass das Ergebnis dauerhaft erhalten bleibt. Dazu gehören:

  • Retention (Haltephase): Stabilisierung der Zahnstellung durch Retainer.

  • Kontrolltermine: Überprüfung der Zahnposition und des Retainers.

  • Pflege & Hygiene: Richtige Reinigung, um Entzündungen und Schäden zu vermeiden.

Nur durch konsequente Nachsorge lässt sich das schöne Ergebnis langfristig sichern.

Welche Arten von Retainern gibt es?

Je nach individueller Situation und Behandlungsergebnis empfehlen Kieferorthopäden unterschiedliche Retentionssysteme. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen festsitzenden und herausnehmbaren Retainern.

Festsitzender Retainer:
Ein dünner Draht, der dauerhaft an der Innenseite der Frontzähne befestigt wird.

Vorteile:

  • Unsichtbar im Alltag

  • Kein Vergessen beim Tragen

  • Besonders stabil

Nachteile:

  • Etwas aufwendigere Reinigung

  • Regelmäßige Kontrolle notwendig

Herausnehmbarer Retainer:
Eine durchsichtige Schiene (ähnlich einem Aligner), die nachts getragen wird.

Vorteile:

  • Leicht zu reinigen

  • Keine dauerhafte Befestigung

  • Ideal zur Ergänzung des festen Retainers

Nachteile:

  • Erfordert Disziplin beim Tragen

  • Risiko des Vergessens oder Verlusts

Viele Patientinnen und Patienten kombinieren beide Varianten, um maximale Stabilität zu erreichen.

Wie lange muss ein Retainer getragen werden?

Wie lange die Retention dauert, hängt von der individuellen Ausgangssituation ab. In den meisten Fällen empfehlen Kieferorthopäden, den Retainer mehrere Jahre, teilweise sogar dauerhaft, zu tragen.

Grund dafür ist, dass Zähne auch im Erwachsenenalter in Bewegung bleiben können – zum Beispiel durch Kaukräfte, Zahnverlust oder natürliche Alterungsprozesse.

Eine Faustregel lautet:

So lange, wie die Zahnspange getragen wurde, sollte mindestens auch der Retainer getragen werden.

Dauerhafte Retainer bieten hier den besten Schutz vor einem Rückfall der Zahnstellung.

Kontrolle und Pflege nach der Zahnspange

Auch nach Abschluss der aktiven Behandlung sollten regelmäßige Kontrollen stattfinden. Diese Termine dienen dazu, den festen oder herausnehmbaren Retainer zu prüfen und sicherzustellen, dass keine Verschiebungen auftreten.

Empfohlen wird:

  • Erste Kontrolle: Etwa 4–6 Wochen nach Entfernen der Zahnspange

  • Weitere Termine: Alle 6–12 Monate zur Überprüfung und Reinigung

Zur täglichen Pflege gehören:

  • Gründliche Zahnhygiene: Weiche Zahnbürsten und Zahnseide für schwer zugängliche Stellen

  • Spezialbürstchen: Für den Bereich um den festen Retainer

  • Regelmäßige Professionelle Zahnreinigung: Zur Vorbeugung von Zahnstein und Entzündungen

Mit etwas Routine lässt sich der Retainer problemlos in die tägliche Pflege integrieren.

Was tun, wenn sich Zähne wieder verschieben?

Trotz sorgfältiger Nachbehandlung kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass sich Zähne leicht verschieben. Das ist meist kein Grund zur Sorge – entscheidend ist, frühzeitig zu reagieren.

Mögliche Maßnahmen:

  • Kontrolle beim Kieferorthopäden: Prüfen, ob der Retainer defekt oder gelockert ist

  • Neuanpassung oder Reparatur: Falls der Retainer ersetzt werden muss

  • Kurzzeitige Aligner-Therapie: Kleine Korrekturen lassen sich oft einfach nachbehandeln

Je früher die Veränderung erkannt wird, desto leichter lässt sich die ideale Zahnstellung wiederherstellen.

Fazit: Retainer sichern das neue Lächeln

Die Nachbehandlung ist der Schlüssel, um das Ergebnis einer Zahnspange langfristig zu bewahren. Mit der richtigen Pflege, regelmäßigen Kontrollen und etwas Disziplin bleibt das neue Lächeln dauerhaft schön und stabil.

Wer Fragen zur Retention oder Pflege hat, sollte sich direkt an den behandelnden Kieferorthopäden wenden – so bleibt das Ergebnis optimal geschützt.

FAQs

Wie lange dauert die Nachbehandlung nach der Zahnspange?

In der Regel mehrere Jahre, oft auch dauerhaft – je nach individueller Situation und Zahnbewegung.

Was passiert, wenn ich meinen Retainer nicht trage?

Zähne können sich wieder verschieben. Regelmäßiges Tragen ist entscheidend, um das Ergebnis zu stabilisieren.

Wie oft muss ich zur Kontrolle?

Zu Beginn alle paar Monate, später meist ein- bis zweimal pro Jahr.

Kann ein Retainer kaputtgehen?

Ja. Wenn sich der Draht löst oder bricht, sollte er umgehend vom Kieferorthopäden repariert oder ersetzt werden.

Wie reinige ich meinen Retainer richtig?

Am besten mit einer weichen Bürste und mildem Reinigungsmittel. Herausnehmbare Retainer können zusätzlich mit speziellen Reinigungstabletten gepflegt werden.

Kieferorthopaede Koeln - JUST KFO - Dr. Steinmaier + Kollegen - Labor - Feste Zahnspange Keramikbrackets