Inhaltsverzeichnis
Die Ausgangssituation
Eine 39-jährige Patientin kam mit Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke zu uns. Ihre Zähne wiesen deutliche Spuren von nächtlichem Knirschen auf, und der Zusammenbiss war nicht ausgewogen. Statt die Zahnstellung isoliert zu betrachten, haben wir von Beginn an auch den Schlussbiss und die Kiefergelenke in die Planung einbezogen.Über die Autorin
Dr. Julia Steinmaier
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
Inhaberin von JUST KFO in Köln, gefragte Referentin und Autorin, die regelmäßig in Fachpublikationen und Medien auftritt.
Die Behandlung
Über rund 16 Wochen wurden die Zähne mit in der Praxis gefertigten, durchsichtigen Schienen schrittweise in eine neue Position bewegt. Ziel war ein Zustand, in dem die Zahnreihen exakt ineinandergreifen und die Kiefergelenke entlastet werden. Die individuelle Kau- und Schließbewegung der Patientin wurde dabei digital erfasst und in der Planung berücksichtigt – so ließ sich der angestrebte Zielbiss schon am Bildschirm überprüfen.Das Ergebnis
Nach Abschluss der Behandlung war die Patientin beschwerdefrei. Die Zahnreihen passten sauber aufeinander, und die Kiefergelenke arbeiteten in einer entspannten, natürlichen Position. Was als Behandlung von Kiefergelenkbeschwerden begann, führte zugleich zu einem harmonischen, gut funktionierenden Gebiss.Hintergrund für Interessierte
Das fachliche Vorgehen hinter diesem Behandlungsbeispiel haben wir ausführlich in einer Fachpublikation beschrieben: Der virtuelle Artikulator in der Aligner-Kieferorthopädie. Mehr über die Behandlung von Kiefergelenkbeschwerden (CMD) erfahren Sie auf unserer Kompetenzseite.Häufig gestellte Fragen zu CMD und Kiefergelenkbeschwerden
Was bedeutet CMD (craniomandibuläre Dysfunktion)?
CMD ist ein Sammelbegriff für Funktionsstörungen des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur. Typische Beschwerden sind Kiefergelenkschmerzen, Knacken, eine eingeschränkte Mundöffnung, Kopf-, Nacken- oder Ohrenschmerzen sowie nächtliches Zähneknirschen.
Können durchsichtige Schienen Kiefergelenkbeschwerden lindern?
Bei CMD-Formen, die mit einer ungünstigen Bisslage zusammenhängen, kann eine kieferorthopädische Behandlung – etwa mit Alignern – die Zähne so positionieren, dass das Kiefergelenk entlastet wird. Häufig steht zu Beginn eine Okklusionsschiene. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir nach einer Funktionsdiagnostik.
Wie lange dauert eine CMD-Behandlung?
Das hängt von Ursache und Schweregrad ab. Im vorgestellten Fall wurde die Bisslage über rund 16 Wochen korrigiert. Eine begleitende Schienen- oder Physiotherapie kann die Behandlung ergänzen.
Woran erkenne ich, dass meine Beschwerden vom Kiefergelenk kommen?
Hinweise sind Schmerzen oder Knacken im Kiefergelenk, eine eingeschränkte oder asymmetrische Mundöffnung, häufige Kopf- oder Nackenschmerzen und Zähneknirschen. Eine sichere Diagnose stellt eine kieferorthopädische Funktionsanalyse.
Übernimmt die Krankenkasse eine CMD-Behandlung?
Die Kostenübernahme hängt von der Diagnose und der medizinischen Notwendigkeit ab und unterscheidet sich zwischen gesetzlichen und privaten Versicherungen. Wir beraten Sie individuell zu den Möglichkeiten.