Fachpublikation

Der digitale Workflow in der In-Office-Aligner­therapie

Auf einen Blick
Für Patient:innen

Aligner lassen sich vollständig in der eigenen Praxis planen und herstellen. Der Beitrag zeigt am realen Fall, welche Vorteile dieser digitale In-Office-Weg für die Behandlung hat.

Für Fachkolleg:innen

Digitaler In-Office-Workflow der Alignertherapie von der Intraoralabformung bis zur Fertigung.

Passende Behandlung in unserer Praxis: Durchsichtige Zahnspange (Aligner)

Aligner aus der eigenen Praxis: schnell, präzise und aus einer Hand

Durchsichtige Schienen (Aligner) gehören heute zu den beliebtesten Möglichkeiten, Zähne nahezu unsichtbar zu begradigen. Viele Schienen werden von externen Anbietern gefertigt. In unserer Kölner Praxis können wir die Aligner dagegen vollständig im eigenen Labor planen und herstellen – das nennt man In-Office-Behandlung. Der folgende reale Behandlungsfall zeigt, welche Vorteile dieser digitale Weg für unsere Patientinnen und Patienten hat.

Was „In-Office“ bedeutet

In-Office heißt: Vom digitalen Abdruck über die Behandlungsplanung am Computer bis zum fertigen Aligner findet alles in der Praxis statt. Statt eines herkömmlichen Abdrucks mit Abformmasse wird das Gebiss mit einem Intraoralscanner berührungslos in 3D erfasst. Auf dieser Grundlage plant der Kieferorthopäde jeden einzelnen Behandlungsschritt selbst und stellt die Schienen anschließend im eigenen Labor her.

Der Vorteil: Planung in erfahrener Hand

Der wichtigste Schritt – die Festlegung des Behandlungsziels und der genaue Bewegungsablauf der Zähne – wird nicht an einen externen Dienstleister oder eine Software ausgelagert, sondern vom behandelnden Kieferorthopäden persönlich vorgenommen. So fließen Erfahrung und das Wissen über die Kräfteverhältnisse direkt in die Planung ein. Ein weiterer Pluspunkt: Die Schienen sind schnell verfügbar, was besonders praktisch ist, wenn sich die Behandlung flexibel anpassen muss.

Ein Behandlungsbeispiel

Die Ausgangssituation

Eine 36-jährige Patientin kam mit dem Wunsch nach einem schöneren Lächeln in unsere Praxis. Ihre Zahnbögen waren im Ober- und Unterkiefer deutlich zu schmal, und es bestanden Engstände sowie leichte Drehstände einzelner Zähne. Bereits im Kindesalter war sie kieferorthopädisch behandelt worden. Die Bisslage selbst war stabil, sodass der Fokus auf der harmonischen Ausformung der Zahnbögen lag.

Der Behandlungsverlauf

Nach dem digitalen Scan wurde am Computer ein virtuelles Behandlungsziel erstellt und in einzelne Schritte zerlegt. Kleine, zahnfarbene Hilfselemente (Attachments) auf den Zähnen unterstützten die geplanten Bewegungen, feine Gummizüge verbesserten die Verzahnung. Um den Zähnen genügend Platz zu verschaffen, wurden die Zahnzwischenräume an wenigen Stellen minimal geglättet. Insgesamt wurden 14 Schienensätze hergestellt, die die Patientin wöchentlich wechselte.

Das Ergebnis

Bereits nach rund sieben Monaten waren die Zahnbögen harmonisch ausgeformt und die Engstände aufgelöst – bei einer stabilen Klasse-I-Verzahnung. Zur Sicherung des Ergebnisses trägt die Patientin nachts eine dünne Schiene. Ein ausführliches Patientenbeispiel dazu finden Sie in unserem Blog. Das Beispiel zeigt, wie effizient eine gut geplante Aligner-Behandlung die Korrekturwünsche der Patienten erfüllen kann.

Was dieser Fall zeigt

Die In-Office-Alignertherapie verbindet die Vorteile der digitalen Kieferorthopädie mit der Erfahrung des behandelnden Kieferorthopäden. Mehr zur Behandlung mit durchsichtigen Schienen (Aligner) erfahren Sie auf unserer Kompetenzseite. Entscheidend für ein gutes Ergebnis bleiben eine sorgfältige Planung und das konsequente Tragen der Schienen.

Autoren: Dr. Werner Schupp, Dr. Julia Steinmaier (geb. Funke), Dr. Julia Haubrich

Quelle: Schupp W, Funke J, Haubrich J. Der digitale Workflow in der In-Office-Alignertherapie. Informationen aus Orthodontie & Kieferorthopädie 2020;52:289–300. DOI 10.1055/a-1241-9967 · DOI