CMD-Selbsttest: Stecken hinter Ihren Beschwerden Hinweise auf eine craniomandibuläre Dysfunktion?
Kieferknacken, häufige Kopfschmerzen, ein Biss, der sich verschoben anfühlt – solche Beschwerden hängen oft mit dem Kiefergelenk zusammen, ohne dass man es vermutet. Kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft, und Sie erhalten sofort eine erste Einschätzung. Ihre Antworten bleiben in Ihrem Browser, es wird nichts gespeichert oder gesendet.
So prüfen Sie es selbst – vier Handgriffe vor dem Spiegel
Die Aussagen oben fragen nach Beschwerden. Einiges lässt sich zusätzlich in zwei Minuten selbst prüfen. Sie brauchen nur einen Spiegel und Ihre Hände.
1. Öffnet der Mund gerade? Öffnen Sie vor dem Spiegel langsam so weit wie möglich und beobachten Sie die Mitte zwischen den unteren Schneidezähnen. Wandert sie zur Seite oder beschreibt sie einen Bogen? Im Kurzbefund nach Ahlers und Jakstat gilt eine Abweichung von mehr als 2 mm als auffällig.
2. Wie weit öffnet er? Legen Sie Zeige-, Mittel- und Ringfinger übereinander und führen Sie sie senkrecht zwischen die Schneidezähne. Passen sie nicht hinein, ist die Öffnung eher klein. Als normal gilt fachlich ein Abstand der Schneidekanten von etwa 38 bis 40 Millimetern.
3. Knackt oder reibt es? Legen Sie die Fingerkuppen direkt vor die Ohren auf die Kiefergelenke und öffnen und schließen Sie mehrmals. Ein Knacken, Reiben oder Knirschen ist unter den Fingern oft deutlicher zu spüren als zu hören.
4. Sind die Kaumuskeln druckempfindlich? Tasten Sie mit zwei Fingern die Schläfen ab, danach die Wangen unterhalb der Jochbögen, während Sie leicht zubeißen. Schmerzt der Druck oder fühlt sich der Muskel hart an, kann das für eine Überlastung sprechen.
Diese Punkte stammen aus dem Hamburger CMD-Kurzbefund. Er umfasst sechs Befunde; ab zwei auffälligen gilt eine CMD als wahrscheinlich. Was Sie selbst ertasten, ersetzt diese Untersuchung nicht – es sagt Ihnen nur, ob ein Termin sinnvoll ist.
Was ist eine CMD?
CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion – eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnkontakten. Weil die Muskeln im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich zusammenhängen, können sich Beschwerden auch an Stellen zeigen, die man nicht sofort mit dem Kiefer in Verbindung bringt. Mehr dazu auf unserer Seite zur CMD-Schmerztherapie.
So geht es bei JUST KFO weiter
Ein Selbsttest kann Hinweise geben, aber keine Diagnose stellen. Ergibt der Test Anzeichen, klären wir das in einer klinischen Funktionsanalyse ab: Wir untersuchen Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnkontakte und nutzen bei Bedarf unsere digitale Diagnostik. Daraus ergibt sich, ob und welche Behandlung sinnvoll ist.
Was der CMD-Selbsttest leisten kann – und was nicht
Der CMD-Selbsttest fragt die Anzeichen ab, die auch im ärztlichen Kurz-Screening eine Rolle spielen. Er ordnet Ihre Angaben ein – mehr nicht. Ob wirklich eine craniomandibuläre Dysfunktion vorliegt, lässt sich nur klinisch klären: durch Abtasten der Kaumuskulatur, durch Prüfen der Kiefergelenkbewegung und der Zahnkontakte.
Ein unauffälliges Ergebnis schließt eine CMD nicht aus. Beschwerden wechseln, und manches bemerkt man an sich selbst nicht – nächtliches Knirschen zum Beispiel fällt oft erst anderen auf.
Umgekehrt bedeutet auffällig nicht automatisch behandlungsbedürftig. Geräusche im Kiefergelenk sind weit verbreitet und haben häufig keinen Krankheitswert. Erst wenn Beschwerden dazukommen oder die Beweglichkeit eingeschränkt ist, wird daraus ein Befund, der eine Abklärung rechtfertigt.
Bei starken oder länger anhaltenden Schmerzen ist ein Selbsttest der falsche Weg. Lassen Sie solche Beschwerden bitte direkt untersuchen, statt sie zunächst selbst einzuordnen.
Wissenschaftliche Grundlage & Quellen
Die Aussagen orientieren sich an etablierten, anerkannten Screening-Instrumenten der Funktionsdiagnostik:
- DC/TMD – Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders, Symptomfragebogen & TMD Pain Screener (Schiffman et al., 2014; Gonzalez et al., 2011)
- Hamburger CMD-Kurzbefund nach Ahlers & Jakstat (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) – das ärztliche Kurz-Screening, das der Funktionsanalyse vorausgeht
- Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) in der DGZMK
Hinweis: Dieser Selbsttest dient der ersten Orientierung und ersetzt keine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung. Er stellt keine Diagnose und kein Heilversprechen dar. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Praxis.